Österreichische Gesellschaft für Psychologie

Aktuelles

Zuletzt aktualisiert: 9.7.2010, 16:00 Uhr
Die Universität Klagenfurt erwägt eine vorübergehende Sistierung des Bachelor-Studiums Psychologie. ÖGP-Präsidentin Christiane Spiel sieht darin "einen sehr mutigen Schritt", bedauert aber die Nachteile für Studieninteressierte.

Unter dem Titel "Unis wollen Studenten loswerden" berichteten die Salzburger Nachrichten am 9.7. auf der Titelseite, die Universität Klagenfurt werde "für zwei Jahre den Zugang zum überlaufenen Psychologiestudium sperren". Dadurch solle die Situation der Lehrenden und der bereits Studierenden verbessert und die Studiendauer in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden; so die Argumentation der Klagenfurter Uni. Studierende und Lehrende am betroffenen Instition unterstützen diese Vorgangsweise, und auch das Wissenschaftsministerium hat sich den Presseberichten zufolge mit diesem Schritt einverstanden erklärt. Allerdings muss der Senat der Universität Klagenfurt am 21.7. dieser Vorgangsweise noch zustimmen.
ÖGP-Präsidentin Christiane Spiel hat am 9.7. mit einer Pressemitteilung auf diese Entwicklungen reagiert: Sie sieht im Vorgehen der Klagenfurter "einen sehr mutigen Schritt", um die Qualität von Forschung und Ausbildung zu sichern. Sie bedauert jedoch andererseits, dass dadurch Studieninteressierte, die aus geographischen Gründen oder wegen des Forschungs- und Lehrprofils an der Universität Klagenfurt Psychologie studierenden wollen, dies in den beiden kommenden Jahren nicht tun können. Spiel befürchtet auch eine "Kaskade von Verdrängungseffekten" in Richtung anderer Standorte oder anderer Studien.
Den vollständigen Text der Pressemitteilung finden Sie hier.

Offener Brief des ÖGP-Vorstands zur Qualitätssicherung der Ausbildung in Bachelor- und Masterprogrammen

Der Vorstands der ÖGP fordert in einem offenen Brief an die Rektoren und facheinschlägigen VizerektorInnen der Universitäten, an denen Psychologie im Hauptfach angeboten wird, die Sicherung von qualitätsvoller Lehre und adäquate Rahmenbedingungen für Forschung im Bereich Psychologie an allen universitären Standorten. Agesprochen wird insbesondere die leidvolle Thematik der Studierendenzahlen, die im internationalen Vergleich viel zu hoch sind. Der Brief wurde auch an VertreterInnen der Politik und der Medien ausgeschickt.
Den Text des Schreibens finden Sie hier: Offener Brief.
Im Text wird auch auf curriculare Normwerte für BSc- und MSc-Studien verwiesen, die von E. Erdfelder und A. Geisberger auf der Basis von Empfehlungen der Empfehlung der deutschen Hochschulrektorenkonferenz errechnet und 2007 in der Psychologischen Rundschau veröffentlich wurden. Diesen wichtigen ergänzenden Text können Sie ebenfalls hier abrufen: Erdfelder & Geisberger (2007).

ÖGP-Präsidentin Christiane Spiel ausgezeichnet

ÖGP-Präsidentin Christiane Spiel wurde mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wurden bei der Verleihung am 1. Juni 2010 ihre Leistungen als Begründerin der wissenschaftlichen Disziplin Bildungspsychologie und als Pionierin im Bereich Translational Research. Ein ausführlicher Bericht ist in der Homepage der Universität Wien erschienen: Direktlink.

Psychologiestudierende besetzen das Rektorat der Uni Klagenfurt

An der Universität Klagenfurt haben Psychologiestudierende am 26.5.2010 das Rektorat besetzt, um auf die unhaltbare Betreuungssituation hinzuweisen. Ein entsprechender Bericht ist im ORF erschienen: ORF-Bericht.
Weitere Berichte finden sich in den Online-Ausgaben der Printmedien, etwa im Standard und in der "Presse".

Der ÖGP-Vorstand hat dazu in seiner Sitzung am 28.5. folgende Stellungnahme beschlossen:
"Der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie hat großes Verständnis für die Psychologie Studierenden in Klagenfurt, die derzeit das Rektorat ihrer Universität besetzt halten. Die Betreuungsrelation von Lehrenden zu Studierenden in Psychologie ist in Österreich seit vielen Jahren katastrophal. Daran hat auch das von der Politik zugestandene Auswahlverfahren leider nichts Wesentliches geändert, da die Studierendenzahlen per Gesetz auf im internationalen Vergleich viel zu hohem Niveau festgelegt wurden. Es ist wohl eine sehr kritische Situation, wenn Studierende für die Qualität ihrer Ausbildung protestieren müssen. Diese Situation ist auch für die Lehrenden an allen Standorten unzumutbar und beeinträchtigt nicht nur die Lehre sondern auch die Forschung massiv.
Daher unterstützt der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie die Forderungen der Psychologie Studierenden in Klagenfurt und deren Institutsvertreter/innen nachdrücklich. Österreich wäre gut beraten, die Hochschulpolitik und ihre Finanzierung als zentrales Zukunftsthema zu sehen."
Weitere Hinweise auf die aktuelle Medienberichterstattung finden Sie hier.

Valid XHTML 1.0 Transitional